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Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege

Delegation ärztlicher Leistungen im Rahmen der 24-Stunden-Pflege

Die so genannte 24-Stunden-Pflege in Privathaushalten wird von Betreuungskräften im Anwendungsbereich des Hausbetreuungsgesetzes oder von Gewerbetreibenden, die das Gewerbe der Personenbetreuung nach den Bestimmungen der Gewerbeordnung ausüben, durchgeführt. Hier besteht die Möglichkeit, dass Ärzte bestimmte ärztliche Leistungen an Betreuungspersonen (Personenbetreuer) delegieren (§ 50b Ärztegesetz), nämlich:

  • die Verabreichung von Arzneimitteln,
  • das Anlegen von Bandagen und Verbänden,
  • die Verabreichung von subkutanen Insulininjektionen und subkutanen Injektionen von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln,
  • die Blutentnahme aus der Kapillare zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels mittels Teststreifens,
  • einfache Wärme- und Lichtanwendungen sowie
  • weitere einzelne ärztliche Tätigkeiten, mit vergleichbarem Schwierigkeitsgrad und vergleichbaren Anforderungen an die erforderliche Sorgfalt.

Diese Übertragung hat schriftlich zu erfolgen und sollte sowohl vom übertragenden Arzt wie auch von der Betreuungskraft unterfertigt werden. Eine Delegation pflegerischer Tätigkeiten durch den Arzt ist gesetzlich nicht vorgesehen und kann ausschließlich durch diplomiertes Pflegepersonal erfolgen!

Zumindest die folgenden Punkte sollten in der schriftlichen Delegation ärztlicher Leistungen enthalten sein:

  • Eine Anleitung im erforderlichen Ausmaß wurde erteilt.
  • Die delegierende Ärztin bzw. der delegierende Arzt hat sich davon vergewissert, dass die Betreuungskraft über die erforderlichen Fähigkeiten verfügt.
  • Die Betreuungskraft wurde auf die Möglichkeit der Ablehnung der Übertragung ausdrücklich hingewiesen.
  • Eine Befristung der Übertragung.
  • Die genaue Definition der übertragenen ärztlichen Tätigkeiten.
  • Eine Bestätigung der betreuenden Person, dass sie entweder eine Betreuungskraft im Anwendungsbereich des Hausbetreuungsgesetztes oder eine Gewerbetreibende ist, die das Gewerbe der Personenbetreuung nach den Bestimmungen der Gewerbeordnung ausübt, und auch sonst die gesetzlichen Vorgaben erfüllt.

Der delegierende Arzt ist dafür verantwortlich, dass die Betreuungskraft von ihm entsprechend im erforderlichen Ausmaß eingeschult wurde und der gesundheitliche Zustand des Patienten einer Übertragung der jeweiligen ärztlichen Leistung an einen medizinischen Laien nicht entgegensteht!

Eine rechtliche Verpflichtung zur genannten Delegation besteht nicht! Für die genannten Leistungen des Arztes steht ein angemessenes Honorar zu.

Sollten Sie im Einzelfall Zweifel hinsichtlich der rechtlichen Zulässigkeit einer Delegation haben, nehmen Sie bitte vorab Kontakt mit der Rechtsabteilung der Ärztekammer für Niederösterreich auf!

 
Artikelversion vonBarbara Platl
26.07.2018
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