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Informationen zur Lehrpraxis

Rahmenbedingungen für Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung zur Ärztin/zum Arzt für Allgemeinmedizin

Vorgaben zur Finanzierung und Förderung der verpflichtenden Allgemeinmedizin-Lehrpraxis gemäß § 7 Abs. 4 Ärztegesetz

Die Förderung wird nur für Ärztinnen und Ärzte gewährt, die sich am Ende der Ausbildung zur Ärztin/zum Arzt für Allgemeinmedizin gemäß der Ärztinnen-/Ärzte-Ausbildungsordnung 2015 (ÄAO2015) befinden und in einer anerkannten Lehr(gruppen)praxis für Allgemeinmedizin die verpflichtende Lehrpraxis in der Dauer von sechs Monaten absolvieren.

Der Förderung wird gewährt, wenn

  • der/die auszubildende Arzt/Ärztin weiter in einer als Ausbildungsstätte für Allgemeinmedizin anerkannten Krankenanstalt angestellt bleibt und für die Dauer der Lehrpraxisausbildung in die Lehr(gruppen)praxis dienstzugeteilt wird oder

  • in einer Lehr(gruppen)praxis direkt angestellt wird.

Die Kosten für die Finanzierung der Lehrpraxiszeit werden von Bund (25 %), Ländern (32,5 %), Sozialversicherung (32,5 %) und Lehr(gruppen)praxisinhabern (10 %) getragen.

 
1. Wer muss die verpflichtende Lehrpraxis im Ausmaß von 6 Monaten absolvieren?

Alle Turnusärztinnen und Turnusärzte nach der ÄAO 2015 sind am Ende ihrer Ausbildung im Fachgebiet Allgemeinmedizin in einer anerkannten Lehr(gruppen)praxis in der Dauer von sechs Monaten auszubilden.
Während dieser Zeit wird das Dienstverhältnis grundsätzlich mit 30 Wochenstunden fixiert (siehe jedoch auch Pkt. 5).

 
2. Wie bekomme ich als Turnusarzt/Turnusärztin eine Lehrpraxisstelle?

Die Turnusärztin/ der Turnusarzt (Lehrpraktikant/in) bewirbt sich zeitgerecht beim Lehrpraxisinhaber um eine Lehrpraxisstelle, um allfällige Stehzeiten zwischen abgeschlossenem Turnus im Krankenhaus und dem Beginn der Lehrpraxis zu vermeiden.
Der Lehrpraxisinhaber und die/der Lehrpraktikant/in sind eigenverantwortlich für das Zustandekommen zuständig.

Hier finden Sie ein Externe Verknüpfung Verzeichnis aller bewilligten Lehr(gruppen)praxen.

Derzeit befinden sich noch eine Mehrzahl an Ordinationen im Bewilligungsprozess zur Lehrpraxis. Diese Liste wird daher laufend aktualisiert.

Die Ärztekammer für NÖ ist bei der Suche nach einer geeigneten Stelle gerne unterstützend behilflich.

 
3. Wie schaut die dienstrechtliche/vertragliche Gestaltung aus und wie beantrage ich die Förderung?

In Niederösterreich erfolgt die Abwicklung über den Dienstgeber, d.h. die Turnusärztin/der Turnusarzt wird im Rahmen ihres/seines Dienstverhältnisses zum Krankenhaus einer Lehrpraxis im niedergelassenen Bereich dienstzugeteilt.

Dies ändert allerdings nichts daran, dass sich die Turnusärztin/der Turnusarzt (Lehrpraktikant/in) eigenverantwortlich um eine Lehrpraxisstelle bewerben muss.
Die wechselseitigen Rechte und Pflichten werden in einer unterschriebenen Vereinbarung zw. Dienstgeber, Lehr(gruppen)praxisinhaber und Turnusärztin/-arzt über die Zuweisung zur Lehrpraxis festgelegt .

Die Lehrpraktikantin/der Lehrpraktikant und der Lehrpraxisinhaber unterfertigen diese Vereinbarung über die Zuweisung. Der Lehrpraktikant übermittelt sodann

an das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung für Personalangelegenheiten B, Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten.

Von dieser Stelle erhält die Lehrpraktikantin/der Lehrpraktikant in weiterer Folge die auch vom Land NÖ unterfertigte Vereinbarung über die Zuweisung sowie eine Aufstellung der tatsächlich anlaufenden Gehaltskosten.
Nun kann die Lehrpraktikantin/der Lehrpraktikant

  • die Vereinbarung über die Zuweisung,
  • die Aufstellung der tatsächlich anlaufenden Gehaltskosten und
  • die für seine allgemeinmedizinische Ausbildung bereits ausgestellten Rasterzeugnisse

an die Ärztekammer für Niederösterreich, Wipplingerstraße 2, 1010 Wien übermitteln. Diese Unterlagen sind frühestens sechs Monate und spätestens acht Wochen vor dem geplanten Antritt der Lehrpraxis an die Ärztekammer für Niederösterreich zu übermitteln.

Damit sind die formalen Voraussetzungen für die Förderungsbeantragung erfüllt.

 
4. Welche finanzielle Abgeltung (Entgelt) gibt es während der Lehrpraxiszeit?

Durch die Dienstzuteilung tritt in der dienst- und besoldungsrechtlichen Stellung (z.B. persönliche Gehaltseinstufung) der Turnusärztin/des Turnusarztes - mit Ausnahme einer allfälligen auf das tatsächliche Beschäftigungsausmaß angepassten aliquoten Entlohnung - keine Änderung ein.

Das Dienstverhältnis bleibt aufrecht, das Beschäftigungsausmaß wird auf das für Lehrpraxen gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsausmaß von max. 30 Wochenstunden angepasst. Für eine Anrechenbarkeit der Ausbildungszeit ist ein Mindestbeschäftigungsausmaß von 15 Wochenstunden in der Lehr(gruppen)praxis gesetzlich vorgegeben.

Für die Dauer der Lehrpraxis wird zwischen dem Krankenhaus und dem Lehrpraktikanten eine gesonderte befristete vertragliche Vereinbarung getroffen.

 
5. Kann ich während der Lehrpraxiszeit auch im Krankenhaus arbeiten?

Dienstgeber und Lehrpraktikant/in können vereinbaren, dass die/der Lehrpraktikant/in während der Dienstzuteilung weiterhin auch beim Dienstgeber tätig ist, z.B. zur Leistung von Diensten, etc.

Auf die Einhaltung der arbeitszeitrechtlichen Vorschriften ist jedenfalls zu achten. Primär sind die vorgegebenen Zeiten in der Lehrpraxis zu erfüllen. Zusätzlich dazu können bspw. Nachtdienste im Landesklinikum geleistet werden.

 
6. Welche Pflichten/Rechte habe ich als Lehrpraktikantin/Lehrpraktikant?

Die gegenseitigen Rechte und Pflichten sind in der jeweiligen Dienstzuteilungsvereinbarung geregelt, z.B. Urlaubs- oder Krankenstandsmeldung und dgl. (siehe Pkt. 3).

 
7. Wohin kann ich mich bei Fragen zur Lehrpraxis wenden?

Für Fragen ist grundsätzlich die Landesärztekammer jenes Bundeslandes zuständig, in der der Dienstgeber seinen Sitz hat.

Ansprechpartner bei der Ärztekammer für Niederösterreich sind
- Frau Mag. Löw (Tel. 01/53751 DW 632) und
- Herr Mag. Gaßner (Tel. 01/53751 DW 242).