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Feuerwehrärzte:

Empfehlung zur Durchführung von Untersuchungen der Atemschutztauglichkeit

Im Rahmen der Umstellung der aktuellen Dienstanweisung des Landesfeuerwehrverbandes betreffend Atemschutztauglichkeitsuntersuchungen wurden die medizinisch-fachlichen Vorschläge der Kurie der niedergelassenen Ärzte nicht ausreichend berücksichtigt.

In der Folge wurde das gegenständliche Formular (Atemschutztauglichkeit) erneut geändert. Die Überlegung war, dass der Arzt nicht mehr die Tauglichkeit, sondern nur noch die Erfüllung der vom Landesfeuerwehrverband aufgestellten (Minimal-)Kriterien bestätigt und somit das Haftungsrisiko verringert wird. Wenn man als Arzt diese Konstruktion wählen möchte, ist es zumindest dringend empfehlenswert, nur jene Kriterien mit Datum und Unterschrift zu bestätigen, die man selbst durchgeführt bzw. überwacht hat. Zudem ist darauf zu achten, dass aus dem verwendeten Formular klar hervorgeht, dass lediglich die Einhaltung der vom Landesfeuerwehrverband definierten Kriterien bestätigt wird, nicht aber die Atemschutztauglichkeit. Konkret müsste daher die Bezeichnung des Formulars folgendermaßen geändert werden:

Erfüllung der Kriterien zur Tauglichkeitsuntersuchung für Atemschutzträger"

Weiters empfehlen wir den Punkt „Nächste ärztliche Atemschutztauglichkeitsuntersuchung" gänzlich zu streichen.
Konkret sollte daher vom Arzt lediglich bestätigt werden, ob der medizinische Fragebogen ausgefüllt wurde, dass vor nicht mehr als einem Jahr eine Vorsorgeuntersuchung durchgeführt wurde - gegebenenfalls auch durch einen anderen Arzt, sofern jedoch entsprechende Unterlagen darüber vorgelegt werden können - sowie der Kard/Vask Risikobereich lt. Vorgabe Feuerwehrverband ermittelt wurde.

Wir haben Rückmeldungen vieler Ärztinnen und Ärzte erhalten, die aus medizinischen Gründen und zum Schutz der Feuerwehrmänner und -frauen eine umfassendere Abklärung der Atemschutztauglichkeit vornehmen möchten. Dem einzelnen Arzt, der fachlich keinen Vorgaben des Landesfeuerwehrverbandes unterliegt, steht es selbstverständlich frei, zusätzliche Untersuchungen, die er im Zusammenhang mit der Beurteilung der Atemschutztauglichkeit für notwendig erachtet, durchzuführen bzw. zu veranlassen. Hinsichtlich der Honorierung derartiger Leistungen ist festzuhalten, dass es sich dabei um Privatleistungen handelt, die mangels kurativer Indikation nicht mit dem Krankenversicherungsträger verrechnet werden dürfen. Dafür darf daher ein Privathonorar in Rechnung gestellt werden.

Zusammenfassend wird daher folgendes Vorgehen im Zusammenhang mit den Atemschutztauglichkeitsuntersuchungen empfohlen:

Entweder wird auf dem Formular lediglich die Einhaltung der vom Landesfeuerwehrverband aufgestellten Kriterien bestätigt, wobei die Bestätigung der einzelnen Punkte jeweils durch jene Person, die für die Durchführung der einzelnen Kriterien verantwortlich sind, im entsprechenden Feld „Datum" mit ihrer Unterschrift und Angabe des Namens in Blockschrift (zB bei den Leistungstests) zu erfolgen hat.

Oder der Arzt führt all jene Untersuchungen durch, die er aus medizinisch-fachlichen Überlegungen für die Erteilung der Atemschutztauglichkeit für erforderlich erachtet und bestätigt erst dann allenfalls die Atemschutztauglichkeit.

 
Artikelversion vonBarbara Platl
09.05.2018
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