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Honorarverhandlungen mit NÖGKK

Verhandlungsergebnis nun beschlossen - Honorarnachzahlung wird angewiesen

Nachdem nun auch der Hauptverband dem Honorarverhandlungsergebnis zugestimmt hat, kann die Honorarnachzahlung für das Jahr 2015 mit 28. Dezember 2016 angewiesen werden. Alle Vertragsärzte erhalten eine durchschnittliche tarifwirksame Erhöhung von 2,0 Prozent für das Jahr 2015, wobei Fachärzte (ausgenommen Kinder- und Jugendheilkunde) eine Erhöhung von 1,77 Prozent erhalten, für die Allgemeinmedizin und Kinder- und Jugendheilkunde wurde eine entsprechend höhere Honorierung vereinbart. Der Verbraucherpreisindex für diesen Zeitraum lag bei 0,9 Prozent. Darüber hinaus wurden strukturverbessernde Maßnahmen für diverse Fächer ab 1.1.2017 vereinbart.

» PDF: Ein entsprechendes Schreiben NÖ GKK vom Dez. 2016.

Link: NÖ Gesamtvertrag und Honorarordnung - 1b) Tarifliste
 
VERHANDLUNGSERGEBNIS:

In der Klausur konnte folgendes Verhandlungsergebnis erzielt werden:

Tarifwirksame Erhöhungen für 2015:

Für das Kalenderjahr 2015 konnte insgesamt eine Erhöhung im Ausmaß von + 2,0 % mit der Nö. Gebietskrankenkasse vereinbart werden. Dies entspricht einem zusätzlichen Honorarvolumen in Höhe von € 6,295 Mio. Dabei entfallen 1,77% auf tarifwirksame Erhöhungen auf alle Fachgruppen bezogen.
Zusätzlich wird für 2015 die Grundvergütung der Ärzte für Allgemeinmedizin um € 0,12 und die Grundvergütung der Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde um € 2,40 angehoben, damit wird für diese beiden Fachgruppen auch im Rahmen des Abschlusses 2015 eine zusätzliche Verbesserung ermöglicht. Diese weitere tarifwirksame Erhöhung entspricht +0,23 % der Gesamthonorarsumme. Ebenfalls erhöht wird das ärztliche Gespräch Position 19.
Die Inflationsrate für das Verhandlungsjahr 2015 liegt bei 0,9%.

Vorbehaltlich der Beschlussfassung in den Gremien der Sozialversicherung und des Hauptverbandes wird die Nachzahlung für die abgerechneten vier Quartale des Jahres 2015 für einen Termin im Dezember vorbereitet. Für SVB-Honorare kommt der gleiche Modus zur Anwendung.

Die Aufrollung und Nachzahlung für die bereits abgerechneten drei Quartale des Jahres 2016 werden voraussichtlich im Jänner 2017 angewiesen werden.

Was den tarifwirksamen Weiterwirkungsmodus anlangt, so besteht die Absicht, dass die Laborleistungen (Position 812 bis 1978) sowie das EKG (Position 620) nicht erhöht werden, jedoch soll der aufgrund der Nichterhöhung dieser Positionen entsprechende Anteil aufwandsneutral durch die entsprechende weitere Erhöhung der Grundvergütung der betroffenen Fachgruppen verteilt werden. Ebenso nicht erhöht werden soll die Mammographie (Positionen 583 und 683), der sich aufgrund der Nichterhöhung dieser Positionen ermittelte Betrag soll aufwandsneutral auf die übrigen Organtarifpositionen umgelegt werden.
Im Zuge der Umsetzung des nationalen Brustkrebsfrüherkennungsprogramms wurde in Form eines Sideletters aufgrund des neuen 35%igen Limits von Mammasonographien mit der Nö. GKK ein Ausgleichsmechanismus festgelegt. Der Ausgleichsbetrag für das Jahr 2015 für eine nichttarifwirksame Nachzahlung beträgt € 641.929,-- inkl. SVB. Da die Thematik in den Bereich der Vorsorge fällt, wird die Nachverrechnung auf Basis der im Jahr 2015 abgerechneten VU-Mammographien erfolgen.

Strukturpaket ab 1. 1. 2017:

Für strukturverbessernde Maßnahmen konnte mit dem Vertragspartner für 2017 ein zusätzlicher Betrag in Höhe von € 3,672 Mio ausverhandelt werden. Mit diesem Volumen werden folgende Verbesserungen ab 1.1.2017 umgesetzt werden:

  • 1. Für die Kinder- und Jugendheilkunde kommt es zu einer weiteren Erhöhung der Grundvergütung in Höhe von € 2,60 pro Fall.
  • 2. Für die Allgemeinmedizin erfolgt eine weitere Erhöhung der Grundvergütung im Ausmaß von € 0,58 pro Fall.
  • 3. Alle Visitenpositionen und Konsilien sollen um jeweils € 2,02 angehoben werden, was insbesondere der Allgemeinmedizin zu Gute kommt.
  • 4. Im Bereich der Neurologie kommt es zur Einführung der neuen Leistungsposition Ultraschall der Carotiden in 5 % der Fälle mit einem Tarif in Höhe von € 43,86. Zudem wird das Limit der Positionen ENG, EMG und ENG/EMG (Positionen 695, 969 und 697) von 10% auf 20% der Fälle angehoben.
  • 5. Für die Fachgruppe Urologie wurde eine Erhöhung des Limits bei der urologischen Ultraschalluntersuchung (Position 572) von 50% der Felder auf 55% der Felder ausverhandelt.
  • 6. Für die Frauenheilkunde soll anstelle der bisherigen Positionen Sonographie von Tumoren im Unterbauch (Position 537) und Vaginosonographie (Position 538) eine neue Mischposition mit einem Tarif von € 21,53 verrechenbar in 65% der Fälle etabliert werden.
  • 7. Für die Fachgruppe HNO ist eine Aufwertung des Limits der Ohrmikroskopie (Position 339) von bisher 10% auf 20% der Fälle vorgesehen.


Die für 2017 vereinbarten Verbesserungen werden tarifwirksam umgesetzt.


Verlängerung von befristeten Pilotprojekten:

Sämtliche mit der Nö. Gebietskrankenkasse vereinbarte Pilotprojekte werden um weitere fünf Jahre verlängert. Insbesondere sind damit die Projektvereinbarung zur erweiterten Stellvertretung sowie sämtliche Sondervereinbarungen im Bereich der Samstags-, Sonn- und Feiertagsdienste umfasst.


Weitere Themen:

Aufgrund der eindeutigen Umfrageergebnisse für eine gewünschte Neuregelung im Bereitschaftsdienst konnte folgende Vorgehensweise mit der Krankenkasse vereinbart werden. Es soll zu einer Neugestaltung der 24-stündigen Samstags-, Sonn- und Feiertagsdienste in der Form kommen, dass die bisherigen Bereitschaftsdienste in einen 12-stündigen Tagdienst und einen 12-stündigen Nachtdienst getrennt werden. Die Nachtdienste (19 h - 7h) sollen an Notruf NÖ GmbH (141-er) ausgelagert werden. Diese Neuregelung soll ab 2017 wenn möglich mit 1.4.2017 landesweit in Form eines Projektes erprobt werden. Derzeit werden die entsprechenden Projektvereinbarungen erarbeitet.

Zudem sollen folgende Themen im Rahmen eines gemeinsamen Rundschreibens kommuniziert werden:

  • Ermöglichung der Verrechnung von Telefonberatungen (Ordination Position 12),
  • Leistungsdefiniton der Ordination (Position 12) als Leistung im Zuge eines direkten Kontaktes zwischen Arzt und Patient,
  • Verrechnungsmöglichkeit von Medikamentenberatungen sowie der ersten Anamnese als ärztliches Gespräch (Position 19).

Auch konnten im Zuge der Vorbereitung der diesjährigen Honorarverhandlungen Verbesserungen im Bereich des Ordinationsbedarfs / der Verbandstoffe gemeinsam erarbeitet werden.