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Evaluierung der NÖ Turnusärzteausbildung

Bundesweite Turnusevaluierung: www.turnusevaluierung.at

Turnusärztemangel
Turnusärztinnen und -ärzte werden knapper. Die Medizin-Unis bilden weniger Ärzte/-innen heran als noch vor einigen Jahren, die Abwanderung junger Mediziner ins Ausland nimmt stetig zu und das Image des Allgemeinmedizin-Turnus ist schlecht wie eh und je - und dies, zumindest teilweise - zu Recht.

Turnusärztinnen und -ärzte sind vor allem Auszubildende. Im Spitalsalltag stemmen sie jedoch leider auch einen gewaltigen Anteil der systemerhaltenden medizinischen Basisarbeit. Ein Mangel schmerzt daher unmittelbar und sofort an jenen Spitalsabteilungen, an denen es zu wenig „Systemerhalter" für die Routinearbeit gibt.

Eine Verbesserung der Ausbildungsqualität im Turnus ist heute nicht nur ein zentrales Anliegen der Turnusärztinnen und -ärzte selbst, sondern auch der Führungsebenen der Krankenhäuser und der Holding, weil Turnusärzte dringend gebraucht werden. Schlechte Ausbildung bedeutet schlechtes Image des Berufs „Turnusarzt" und damit mehr und mehr Probleme bei der Rekrutierung von Uni-Absolventen für den Turnus!

Die Evaluierung
Pauschales Klagen, dass „im Turnus alles schlecht ist", hat keinen Sinn und löst keine Probleme. In der Turnus-Evaluierung wird schon seit 2008 detailliert erhoben, wie die einzelnen NÖ Krankenhausabteilungen von den Turnusärztinnen und -ärzten beurteilt werden. Zukünftig wird diese Evaluierung von der Bundeskurie der angestellten Ärzte (ÖÄK) durchgeführt, um aussagekräftige österreichweite Vergleichswerte zu bekommen. Die Ärztekammern werden bei Rechtsträgern und auf Landes- sowie auf Bundesebene dringend nötige Verbesserungen der Turnusausbildung sehr gezielt einfordern.

Zugangsdaten zur Turnusevaluierung werden zugesandt
Jede Turnusärztin und jeder Turnusarzt erhält ein persönliches Schreiben (per mail oder Post) mit dem Zugang zur Online-Befragung. Nach einer kurzen Registrierung steht der Evaluierungsbogen für das zuletzt abgeschlossene Ausbildungsfach zur Verfügung.

Am Ende dieses Fragebogens wird der Teilnehmer um die Information ersucht, wann er voraussichtlich das aktuelle Fach abschließen wird. Zu diesem Termin sendet das Ärztliche Qualitätszentrum per E-Mail den Zugang zum nächsten Evaluierungsbogen. „Für ein sinnvolles Erinnerungssystem brauchen wir unbedingt die E-Mail-Adresse. Wir versuchen, das Erinnerungsmail mit dem aktuellen Zugangslink so zeitnah als möglich zu senden - mit einem Klick kann es sofort wieder losgehen. Nur so ist es für die Turnusärzte bei 10 Fächern und tw. noch mehr Abteilungen im Laufe des Turnus zumutbar, jede einzelne Abteilung zu bewerten." erläutert Mag. Alkin, der Projektleiter der Turnusevaluierung die Bemühungen um eine möglichst einfache Abwicklung für die Turnusärzte.

Inhaltlich umfasst die Turnusevaluierung die Ausbildungsorganisation einer Abteilung, die Arbeitsbelastung, die Erreichbarkeit und Unterstützung durch die Stammmannschaft, die Inhalte und Formen der Wissensvermittlung und eine Gesamtbeurteilung der Ausbildung an dieser Ausbildungsabteilung. „So ausführlich als notwendig und so kurz als möglich."

Das Ärztliche Qualitätszentrum
Mit der Durchführung der Evaluierung ist das Ärztliche Qualitätszentrum mit Sitz in Linz beauftragt, ein Verein, der seit 1997 auf Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen spezialisiert ist. Wichtige Dienstleistungen sind das EPA-Zertifizierungsverfahren für Ordinationen (Europäisches Praxis-Assessment), sowie Patienten- und Ärztebefragungen. Externe Verknüpfung www.aerztliches-qualitaetszentrum.at

Anonymität zu 100 % gewährleistet
Das Ärztliche Qualitätszentrum weiß aufgrund vieler durchgeführter Befragungen um die Brisanz der Daten und um die Bedeutung der Anonymität. Mag. Alois Alkin, der Geschäftsführer des Ärztlichen Qualitätszentrums garantiert, dass nur aggregierte Daten als Feedback an Krankenhäuser und Ärztekammern gehen, indem der Zugang zu den Daten streng auf die MitarbeiterInnen des Ärztlichen Qualitätszentrums beschränkt ist und die Daten bei einem technischen Partner gespeichert sind. So ist die Anonymität des einzelnen Turnusarztes zu 100 % gewährleistet.

Konkrete Missstände
Die Turnusevaluierung kann und will strukturelle Schwachstellen aufzeigen und belegen, sie kann und will Verbesserungsbedarf für einzelne Abteilungen aufzeigen. Für einzelne Missstände sollten sich betroffene Turnusärzte an Ihre/n Vertreter/in im Krankenhaus wenden. Selbstverständlich stehen auch die Funktionäre und Angestellten der Ärztekammer für NÖ gerne zur Verfügung - wir freuen uns über positive und negative Rückmeldungen zur konkreten Ausbildungssituation und werden wie bisher beraten und helfen wo wir können.

Fortbildungs-Gutscheine
Besonders stolz bin ich in Niederösterreich auf die ausgezeichnete Kooperation mit unserer Fortbildungsakademie unter der Leitung von Dr. Martina Hasenhündl. Als zusätzlichen
Anreiz für die Teilnahme an der Evaluierung erhält jede Turnusärztin und jeder Turnusarzt für jede Abteilungsbewertung einen Gutschein in Höhe von EUR 40,--. Damit kann innerhalb eines Jahres ein Platz in einer frei wählbaren Fortbildungsveranstaltung der NÖ Fortbildungsakademie - soweit verfügbar - telefonisch oder per Mail gebucht werden
(Frau Mag. Assam, Tel.: 01/53751 - 270, assam@arztnoe.at).

Teilnahme ist wichtig
Ich bitte Euch, liebe Turnus-Kolleginnen und Kollegen, um Eure Beteiligung! Um ein gewichtiges Argumentarium in Hinblick auf die angestrebte Verbesserung der derzeitigen Turnusausbildung zu schaffen, ist die Teilnahme möglichst vieler Turnusärzte wichtig. Mit Hilfe dieser erhobenen Informationen ist es den Länderkammern dann möglich, mit den schlecht bewerteten Abteilungen in Kontakt zu treten, auf diverse Mängel aufmerksam zu machen und Lösungsvorschläge zu entwickeln. Auch werden wir weiterhin engagierte Abteilungen für gute Ausbildungsqualität anerkennen, auszeichnen und vor den Vorhang bitten. Vielen Dank!

 

Dr. Stefan Halper
Kurienobmann-Stellvertreter angestellte Ärzte

 

 
Artikelversion vonBarbara Platl
16.02.2015
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