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Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen in NÖ

Eine Fachgruppe ruft sich in Erinnerung

Es gibt uns noch und nicht nur im Krankenhaus: Mittlerweile sind wir 17 niedergelassene KollegInnen. Als Fachgruppe eine zahlenmäßige Minderheit im Vergleich zur niederösterreichischen Ärzteschaft, doch als Bindeglied zu anderen Fachgruppen wesentlich. Wesentlich in Diagnostik und Therapie fachübergreifender Symptomatik und Erkrankungen, die sich anderen Spezialisten entzieht. Sei das eine Dentogene Sinusitis (kaum ein HNO Kollege wird einen mit Polyp bestückten Oberkiefermahlzahn entfernen wollen) oder ein Prothesenfibrom (auch hier werden sich nur wenige Dermatologen exponieren wollen). Fachübergreifend bezieht sich hier nicht nur auf HNO oder Dermatologie. Praktiker, die bei der Statuserhebung massive, eitrige Zahnfleischerkrankungen feststellen, Gastroenterologen, die einen Keimbefall des Verdauungstrakts diagnostizieren oder Herzchirurgen, die eine Beherdung im Kieferbereich ausschließen wollen. Alle mögen an unsere Fachgruppe denken. Natürlich ist in den meisten Fällen auch ein Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der richtige Ansprechpartner, nur wenn es über den dentoalveolären Bereich hinausgeht, sind wieder wir Kieferchirurgen gefragt. Die fachspezifische Überschneidung ist seit jeher ein schwieriges Thema: HNO, ZMK, plastische Chirurgie, Dermatologie, Augenheilkunde (Traumatologie) und natürlich Unfallchirurgie. Nicht umsonst sind wir Mitglieder beider Kammern (Ärztekammer und Zahnärztekammer) und haben beide Studien med. univ. und med. dent. (je nach Ausbildungsjahrgang) abgelegt. Das soll nicht bedeuten, dass wir die „Über-(Zahn-)Ärzte" sind, sondern dass wir in der Zusammenarbeit mit anderen Fachgruppen vielleicht einen anderen Überblick haben können. Wenn z.B. eine Hüftprothese p.s. geht, könnte ein Herdgeschehen im Kieferbereich dahinterstehen; oder eine von einem Schmerztherapeuten nicht beherrschbare Trigeminusneuralgie könnte auch durch ein geschädigtes Kiefergelenk ausgelöst werden. Hier will ich nur Denkansätze liefern, die unseren Patienten hoffentlich schnellere Genesung bringen, im Sinne des Bindegliedes mehrerer Fachgruppen.

Doch ganz zurück zum Anfang: Es gibt uns noch und nicht nur im Krankenhaus. Gerade in Zeiten wie diesen, sollten wir im niedergelassenen Bereich - egal ob Wahlarzt oder Kassenarzt - an Kosteneffizienz denken. Sowohl versicherungstechnisch, als auch patientenorientiert können wir im niedergelassenen Bereich dazu beitragen. Ein kieferchirurgischer Eingriff ohne zusätzlichen Spitalsaufenthalt kann für die Allgemeinheit und besonders für den betroffenen Patienten nur ein Gewinn sein. Zahnärztlich-chirurgische, kieferchirurgische nicht anästhesiepfichtige Operationen gehören aus dem volkswirtschaftlich teureren Spitalsbereich herausgehalten. Damit wird gespart und die Krankenhausabteilung für anästhesiepflichtige/intensivpflichtige Therapien freigespielt. Somit kann sich ein LKH St. Pölten wieder seiner eigentlichen Aufgabe (Versorgung von Traumata, Karzinomen, etc.) widmen. Aus zuweisertechnischer Sicht wäre das auch überdenkenswert - will ich meinem Patienten den weiten Weg zumuten, eine lange Wartezeit, die Unbillen einer Op.-Vorbereitung, einen extendierten Krankenstand, die Anstaltsküche, ...? Nach drei Tagen, wenn die Schwellung nachlässt, sind die Meisten unserer Patienten längstens wieder arbeitsfähig - auch das sollte bei verschärften Arbeitsmarktbedingungen - nicht außer Acht gelassen werden.

Doch nun zum Leistungsspektrum unserer Fachgruppe Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie speziell im niedergelassenen Bereich:

  • Beratung, Information des Patienten anhand des Panoromaröntgens; CT, NNH-Röntgens.
  • Hilfe bei Op.-Vorbereitung: Diagnostik von Herdgeschehen, Fokussanierung in Absprache mit dem behandelnden Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde.
  • Fokussanierung vor allem bei orthopädischen oder kardialen Eingriffen.
  • Unterstützung des HNO Facharztes bei kieferchirurgischen Fragestellungen.
  • Präprothetische Chirurgie bei Totalprothesenträgern bzw. implantologischen Hilfestellung bei schlecht sitzenden Totalprothesen und daraus resultierenden gastroenterologischen Störungen.
  • Extrem verlagerte Weisheitszähne, Zysten, dentoalveoläre Prozesse, die sich den zahnärztlichen Möglichkeiten entziehen.
  • Kiefergelenksproblematik, die für den PA oder Anästhestiten nicht beherrschbar sind.
  • Alle Eingriffe, die im niedergelassenen Bereich, also ohne Pflegeaufenthalt möglich sind.

Die niedergelassenen Kollegen mit Schwerpunkt außerhalb eines Krankenhauses finden Sie in beigefügtem Lageplan. Weiters sind wir durch die niederösterreichische Ärztekammer erfragbar. Die hauptsächlich über Spitaleinsatz tätigen, aber auch niedergelassenen Kollegen in Niederösterreich sind Herr Prof. Watzinger (KH St. Pölten) und Herr Prof. Vinzenz (EKH Wien).

DDr. Andreas Beer, Fachgruppe MKG Chirurgie

 

 
Artikelversion vonBarbara Platl
19.04.2010
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