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Schweinegrippe: Auch niedergelassene Ärzte sollen impfen dürfen

Presseinfo vom 20.11.2009

 
NÖ Ärzte wollen auch bei der Vorsorge zur Schweinegrippe erste Anlaufstelle für ihre Patienten sein


Verwundert bis verärgert zeigen sich Niederösterreichs Ärzte über das Verbot, ihre Patientinnen und Patienten in Zeiten wie diesen impfen zu dürfen. „Wer könnte dieses Service besser durchführen als wir niedergelassene Ärztinnen und Ärzte?", fragt sich der stellvertretende Kurienobmann Dr. Harald Schlögel. „Wir haben bereits vor mehreren Tagen angeboten, unsere Patientinnen und Patienten impfen zu wollen und dies auch beim Land deponiert. Die Patienten, sehr häufig Mütter mit kleinen Kindern, kommen zu uns in die Ordinationen und sind verunsichert. Sie wollen beraten und in vielen Fällen sofort geimpft werden. Dies dürfen wir derzeit aber nicht. Wir müssen die Impfwilligen fortschicken zu einigen wenigen offiziellen Impfstellen, bei denen es zu extrem langen Wartezeiten kommt. Es ist unverständlich, warum man die knapp 3.200 niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Niederösterreich nicht in diese Aktion miteinbezieht. Damit wäre sehr vielen Menschen unbürokratisch und rasch geholfen, Erwachsenen, aber vor allem auch Kindern", zeigt sich Dr. Schlögel verärgert über so viel Unverständnis der Behörden.

Vollste Unterstützung erhält der stellvertretende Chef der niedergelassenen Ärzte vom Präsident der Ärztekammer, Dr. Christoph Reisner: „Die Menschen vertrauen ihrem Hausarzt oder ihrer Hausärztin. Deshalb liegt es auf der Hand, dass sie auch dort beraten und geimpft werden wollen. Eine Trennung dieser Aufgaben ist nicht nur menschlich gesehen unsinnig, sondern auch bezüglich der Aufklärung ein Problem. Denn Aufklären muss immer der Arzt, der letztendlich auch impft. Wie wir von einigen Patienten in unseren Ordinationen hören, sind bei dem Massenansturm an Impfwilligen die wichtige Erhebung der Anamnese und des Risikoprofils in den Impfzentren ein gewaltiges Problem. Es ist verwunderlich, dass die Gebietskrankenkasse nun sieben (!) Impfzentren errichtet und glaubt, damit den Patienten geholfen zu haben. Wir haben 450 mal so viele niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, die nicht neu „geschaffen" werden müssen, und sofort impfen könnten."

Als Vorbild zeigt Vorarlberg, wie eine flächendeckende und ökonomisch sinnvolle Impforganisation aussehen kann. Hier wurde die niedergelassene Ärzteschaft von Beginn an miteinbezogen. „Mit etwas gutem Willen müsste dies in den anderen Bundesländern auch möglich sein", zeigt sich Präsident Dr. Reisner abschließend überzeugt.



Rückfragehinweis:
- Pressestelle, Mag. Birgit Jung, Tel. 01/53 751 - 623, presse@arztnoe.at

Wien, 20. November 2009

 
KontaktPressestelle, Mag. Birgit Jung, Tel. 01/53 751 - 623, presse@arztnoe.at
Artikelversion vonBarbara Platl
20.11.2009
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